La Palma gegen Asphaltwerke in Wohngebieten

Plataforma gegen Asphaltwerke in Wohngebieten auf La Palma ES

Demonstration am 26.12.2009

Auch Petrus muss ein “Asfaltgegner” sein, denn pünktlich zu unserer Demonstration gestern, am 26.12.2009 schien zum ersten Mal nach Tagen voller Nebel und Endlosregen wieder die Sonne.

Plaza de Espana 26.12.2009

Ca. 2.000 Menschen waren gekommen um mit Plakaten, Transparenten, Trillerpfeiffen, schwarzen Luftballons, schwarzen Papieren und schwarz resp. dunkel gekleidet ihren Unmut über die 2 geplanten Asfaltwerke mitzuteilen. Es stehen bei You Tube sogar schon einige Videoclips über unsere Demo. Das Fernsehen war auch da und das ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir doch ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommen.

Es war bestimmt ungewöhnlich für Los Llanos oder auch La Palma, dass sich so viele Menschen zusammen gefunden haben um zu demonstrieren. Sprechchöre wie “no asfalto” oder “Don Ramon – donde estas???” (auf deutsch: Don Ramon, wo bist du??? – gemeint ist der Bürgermeister von Los Llanos) waren zu hören und die Ansprache von Vicente Ramos Gonzales bekam riesigen Applaus und Beifall. Vicente machte unmissverständlich klar: Die Plataforma ist nicht gegen das Industriegebiet, aber sie wehrt sich gegen den Bau von 2 Asfaltwerken, die nicht nur gesundheitsschädlich sind, sondern auch die Umwelt extrem belasten.

Demonstration erste Reihe

 

Das war die erste Reihe ………..

Am Ende der Demonstration wurden die vielen schwarzen Luftballons losgelassen um so zu zeigen, welche schwarze Wolken uns erwarten, wenn die Asfaltwerke gebaut und in Betrieb genommen werden.

 

Demonstration 26.12.2009

 

 

Es ist gut zu erkennen, wieviele Leute an dieser Demonstration teilgenommen haben.

 

Demonstration 26.12.2009

 

Es ist mir wichtig, euch allen zu sagen, wie toll es für unsere Plataforma gelaufen ist und die Demonstration gestern gezeigt hat, dass unsere Arbeit gut und richtig ist. Die Anwesenheit von so vielen Teilnehmern war der Lohn für unsere Arbeit.

 

 

Die Rede von Vicente am Ende der Demonstration auf der Plaza in Los Llanos:

 

Liebe Freunde,

 

wir sind hier versammelt um gemeinsam unseren Unwillen über die Bauvorhaben im Herzen des Aridanetals auszudrücken, die wir als widersinnig und als Angriff auf unser aller Wohl empfinden. Es handelt sich um einen Irrsinn, denn in weniger als 2 km. Abstand zu den nächsten Häuseransammlungen (Tajuya, La Laguna, Todoque, Los Campitos, Las Manchas, Tendiña) möchte man  2 Teer- und Asfaltfabriken errichten.

Diese werden  eine vielseitige Umweltbelastung verursachen: Luftverschmutzung,  Lärmerzeugung, sowie Bodenbelastung.

 

Man muss wissen, dass die häufigen Passatwinde von Ost nach West diese Luftverschmutzung über das ganze Aridanetal verteilen, was einen nicht wieder gutzumachenden Schaden für unsere Gesundheit bedeutet. Dies gilt speziell für Kinder, die sowieso empfindlicher mit Krankheiten auf solche Belastungen reagieren.

 

 

Die negativen Auswirkungen würde auch die Ökonomie der Zone zu spüren bekommen, vor allem die Landwirtschaft, Viehbetriebe  und der Tourismus etc. (Anmerkung der Übersetzerin: Dazu kommt noch die ZUSÄTZLICHE Umweltbelastung der Energieerzeugung: Unelco qualmt jetzt schon aus allen Löchern mit antiken Stromgeneratoren,  die mit Diesel betrieben werden !)


Uns wurde Glaubens gemacht, dass diese Industriezone sich in einer ähnlichen Art entwickeln würde, wie die Zone bei la Grama (Breña) wo Hallen gebaut wurden, die von Firmen wie  Pymes und  anderen  Selbstständigen, sowie dem einen oder anderen Supermarkt, Bars, Cafes etc. belegt wurden.

 

Wir glaubten an eine Industriezone, die Arbeitsplätze und Wohlstand schaffen würde, aber niemals dachten wir, dass dort 2 Asphaltwerke installiert werden dürften. Die bringen keinen Wohlstand, weil sie  diejenigen vertreiben werden, die dort Parzellen gekauft haben, um ihre Unternehmen dort aufzubauen und die sich heute bewusst werden, dass der Wert dieser Parzellen sich in Luft aufgelöst hat. 

Und jetzt kommt die Millionenfrage: …….und woher kommt es, dass die Industrieberater, der Stadtrat und die Gemeinde grünes Licht für so einen Schwachsinn gegeben haben?


Wie kann es sein, dass an eine Industrie, die vom Gesetz als lärmerzeugend, gesundheitsschädlich, giftig, gefährlich und umweltbelastend eingestuft wird, von eben diesen Ämtern  Baulizenzen bekommt ??? Und dies ohne Einwilligung der betroffenen Anwohner??


Und überhaupt, von was für schützenden Massnahmen wird da gesprochen? Filter?
(filltros de mangas) Für wie lange? Und was passiert, wenn giftige Gase entweichen und hunderte von Tonnen täglich  über unsere Strassen transportiert werden?  (Anmerkung der Übers: Produktionskapazität pro Std: 60 – 130 Tonnen Asphalt, das muss man sich erst mal vorstellen!! ) Sogar ein Unfall durch eine  Explosion gehört zum realistischen Szenario der Risiken…………….
Also, was ist das für ein übler Scherz? …… Wenn gesagt wird, dass durch die Kamine nur Wasserdampf rauskommt? — Wer dies glaubt soll sich doch ein Haus dort in der Nähe kaufen, mal sehen wie es ihm gehen wird. — Man kann die Bevölkerung  nicht auf diese Art für dumm verkaufen!


Jetzt wenden  wir  uns einer Geschichte zu, die sich vor kürzerer Zeit  ereignet hat: Vor ungefähr anderthalb Jahren bekamen  die Anwohner schlechte Nachrichten:

Eine der 2 Asphaltfabriken war dabei, die Papiere zu bekommen, um mit dem Bau beginnen zu können. Diese Anwohner kamen nicht zu spät, obwohl man von niemandem erwarten kann  jeden Tag den „Boca“  zu lesen. Sie nützten  die Frist aus und sammelten Unterschriften und präsentierten Beschwerdeschriften, aber alles was sie als Antwort bekamen war ein grosses Schweigen.

 

Dann, erst vor kurzem und als sie erfuhren dass  tatsächlich noch eine 2. Asphaltfabrik vorhatte sich am selben Ort niederzulassen, beschlossen sie eine “Plataforma” zu gründen, um  die nötigen  juristischen Schritte unternehmen zu können. Völlig desillusioniert von der Ignoranz der amtierenden Politiker, die anstatt das Wohlergehen und den Wohlstand der Bevölkerung zu fördern mit Schild und Schwert  die  Interessen der Geschäftsleute der Asfaltwerke verteidigten. Sie werden wohl wissen warum ………..

 

Trotz diesen unglücklichen Umständen wissen wir  aber genau was wir möchten und was wir NICHT möchten: Wir möchten in einem Umfeld leben ohne Asfaltwerke und Umweltverschmutzung; wir möchten weiterhin die noch reine und gesunde Luft atmen, unsere Gärten bepflanzen, Fruchtbäume kultivieren und Gemüse anpflanzen und uns an unseren Natur erfreuen.

Auch möchten wir, dass unsere Kinder und Jugendliche weiterhin auf den Schulhöfen und Sportplätzen spielen und Sport treiben können und die selbe gesunde Luft atmen, die wir  im Moment noch haben.

Wir werden diesen Irrsinn nicht akzeptieren, wir werden weiter kämpfen mit der notwendigen Ausdauer, gegen dieses Komplott ausgeklügelter politischer und finanzieller Interessen von einigen Wenigen, die  versuchen sich die Taschen zu füllen, und  denen die Natur und  unser kulturelles Erbe komplett egal ist…….Man braucht kein Intelligenzbolzen zu sein um zu erkennen, dass zwischen Asphalt, – Autobahn, – Überbauungen im grossen Stil und Golfplätzen eine klare Verbindung besteht. — Dies heisst im Grunde, dass man einegrüne Insel in eine kranke Insel verwandelt. —– Und wie sehr diese Damen und Herren doch betonen, dass sie  UNSERE INSEL lieben!!
Wir unterstützen den nachhaltigen Fortschritt, aber wir widersetzen uns ganz klar einer Fortschrittsideologie, die nur einen Reichtum für eine MINDERHEIT fördert, aber die MEHRHEIT DER BEVÖLKERUNG aussen vor lässt, ja, ihr sogar schadet.


Wir möchten Unterstützung für den Tourismus Rural, für eine Landwirtschaft auch der kleinen Betriebe, für die Viehhaltung und für alternative Energien.
SO soll es sein um  das BIOSPHÄREN RESERVAT ehrlich zu vertreten !

 

Was wir brauchen ist mehr VORSTELLUNGSKRAFT und weniger UMWELTVERSCHMUTZUNG !!
Mehr gesunder Menschenverstand und  Klugheit (Mut seine Meinung zu äussern) um
diese KATASTROPHALE ENTWICKLUNG  zu stoppen.

Wir werden weitermachen, koste es was es wolle mit diesem Verwaltungskonflikt resp. Unsinn.
Wir werden rigoros  ernstzunehmende  Gutachten und  Bescheinigungen sammeln, die unsere Argumente beweisen werden !

Übrigens, wer müsste  wohl die Kosten übernehmen, wenn man die Unternehmer  der Asphaltwerke entschädigen müsste ??

Mit nur einem kleinen Rest von Ehre müssten es all die palmerischen Politiker sein, die uns über die  verschiedenen Institutionen der eigenständigen Gemeinden  regieren und die uns diesen Irrsinn beschert haben.

Wir müssen uns wehren gegen diese Politiker die uns ignorieren und  die nur die
Interessen einer Minderheit (= Oligarchie) vertreten und repräsentieren und die sich aufführen wie die neuen Dorfhäuptlinge, sich immer noch des Sprichwortes der vergangenen Epoche bedienen: Für den Freund den Gefallen.– Für den Feind das Gesetz.
Nichts und niemand soll uns die Lebensqualität rauben die wir hier haben ! Die Insel gehört uns, den Menschen, den Einwohnern, und das gilt auch für das Aridanetal. Sie gehört weder  den Politikern noch  den  Unternehmern.
Wir müssen reif werden, müssen aufwachen, müssen den Mut entwickeln  zu
protestieren. So wie heute!

Mit Mut und Entschlossenheit werden wir unser Ziel erreichen. 

Vielen Dank an Alle, für die Unterstützung die wir von euch  erhalten haben!

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